Ob du dich für Färben oder Tönen entscheidest, hängt ganz von deinem Lookwunsch und deinem Haartyp ab. Denn der Unterschied zwischen Tönung und Färbung wirkt sich signifikant auf das Ergebnis aus. Willst du eine langanhaltende Veränderung oder lieber einen sanften Farbglanz? Beide Verfahren verändern die Haarfarbe, doch die Art und Weise, wie sie das tun, ist grundlegend verschieden.
Beim Haare färben wird die natürliche Haarstruktur geöffnet, damit Farbpigmente tief in das Haar eindringen können. Chemisch betrachtet bedeutet das, dass zunächst die Schuppenschicht des Haares mithilfe von alkalischen Substanzen wie Ammoniak oder anderen Basen geöffnet wird. Gleichzeitig wird das Melanin, der natürliche Farbstoff im Haar, durch Wasserstoffperoxid teilweise oxidativ abgebaut. Diese Aufhellung des Naturtons ermöglicht es den künstlichen Farbpigmenten, sich dauerhaft in der Haarinnenschicht zu verankern. Dadurch entsteht eine intensive und langanhaltende Farbveränderung, mit der du sogar graue Haare färben kannst. Beim Profi kannst du sogar entscheiden, wie viel abgebaut werden kann und welche Tonhöhe es zu erreichen gilt.
Eine reine Tönung funktioniert ganz anders. Hier bleiben die Schuppenschicht und der Melaningehalt im Inneren des Haares intakt. Die Farbpigmente, meist als direkte Farbstoffe (Direktpigmente), lagern sich nur an der Oberfläche oder in der äußeren Schuppenschicht (Cuticula) an. Es findet keine oxidative Veränderung statt, daher ist der Prozess wesentlich schonender für das Haar. Die Farbe hält in der Regel nur einige Wochen und wäscht sich mit der Zeit aus. Diese Form der Farbgebung hält je nach Porosität der Haar (nur) einige Haarwäschen.
Die Intensivtönung ist eine schonende Alternative, die zwischen klassischer Tönung und dauerhafter Färbung liegt. Sie kombiniert direktziehende Farbpigmente mit solchen, die sanft ins Haar eingeschleust werden. Der Entwickler wirkt dabei deutlich milder: Statt das Haar stark quellen zu lassen und viel Melanin abzubauen wie bei Haarfarben mit 6 %, 9 % oder 12 % Entwickler, kommen hier nur 1,9 %, 3 % oder 4 % zum Einsatz.
Das Ergebnis ist besonders schonend für die Haarstruktur, verleiht beeindruckenden Glanz und deckt bis zu 70 Prozent grauer Haare ab. Auch die Einwirkzeit ist kürzer, meist nur 15 bis 20 Minuten, während Haarfarben zwischen 35 und 60 Minuten benötigen. In der Haltbarkeit stehen Intensivtönungen einer Färbung kaum nach. Der Übergang beim Nachwachsen wirkt jedoch weicher, da weniger Naturpigmente aufgebrochen werden. So entsteht kein harter Ansatz, sondern ein sanfter, natürlicher Look.