Eine Tönung oder ein Toner wirkt wie eine pflegende Umarmung für das Haar. Sie legt sich sanft um jede einzelne Strähne, verleiht Glanz und Frische und eignet sich perfekt für zarte Nuancierungen, sanftes Blending, Pastelltöne oder leichtes Shading. Das Haar bleibt geschmeidig, gepflegt und erhält dennoch eine elegante Veredelung des Farbtons.
Die Intensivtönung geht einen Schritt weiter. Auch sie ist pflegend, dringt jedoch leicht in die Haarstruktur ein und sorgt so für eine intensivere Farbtiefe. Weißes Haar wird dabei bis zu siebzig Prozent abgedeckt. Das Ergebnis wirkt harmonisch und natürlich, der Ansatz wächst weich und unauffällig heraus.
Eine klassische Haarfarbe verändert die Haarstruktur stärker. Zwar enthalten moderne Farben ebenfalls pflegende Inhaltsstoffe, doch sie öffnen das Haar, bauen Pigmente ab und lagern neue ein. Dadurch entsteht ein intensives, dauerhaftes Farbergebnis, das allerdings auch mit etwas mehr Beanspruchung für das Haar verbunden ist.
Die Faustregel lautet: Wann immer das gewünschte Ergebnis, also eine leichte Nuancierung oder ausreichende Deckkraft, auch mit einer Tönung oder Intensivtönung erzielt werden kann, ist das die sanftere Wahl. Erst wenn ein hundertprozentiger Weißanteil, selbst in einzelnen Strähnen, vollständig abgedeckt werden soll, kommt die Haarfarbe zum Einsatz.
Auch bei den chemischen Entwicklern zeigt sich der Unterschied. Toner und klassische Tönungen benötigen keinen Entwickler, da sie auf Pflege- oder Conditionerbasis mit direktziehenden Pigmenten arbeiten, die sich lediglich um das Haar legen. Intensivtönungen enthalten hingegen sanfte Oxidationsmittel mit 1,9, 3 oder 4 Prozent, die das Haar leicht öffnen und Pigmente im Inneren verankern, während weitere Pigmente das Haar von außen umhüllen. Bei Haarfarben werden stärkere Entwickler mit 6 oder 9 Prozent Wasserstoffperoxid verwendet. Sie bewirken eine deutlichere Quellung der Haarstruktur, wodurch mehr Pigmente tief im Haar fixiert werden. Das Ergebnis ist eine intensive, langanhaltende Farbbrillanz mit hoher Deckkraft.