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Verschiedene Parfümflaschen in Pastellfarben und klarem Glas stehen und liegen auf einer hellen Oberfläche.

Die Geschichte des Parfums

Kaffee-Date, Hochzeit oder Business-Meeting: Besitzt du auch für jeden Anlass einen anderen Duft? Während Parfum heute ein unverzichtbares Accessoire geworden ist, erfüllte es im Laufe seiner Entwicklung ganz andere Zwecke. Wo die Geschichte des Parfums begonnen hat – und wie es zu einem Must-Have deiner Beauty-Routine geworden ist, liest du hier.

Kurz und knapp: Alles über die Geschichte des Parfums

  • Bereits in der Antike verbrannten die Ägypter Weihrauch, um ihre Götter zu ehren – die alten Griechen und Römer nutzenden duftende Substanzen zur Körperpflege.

  • Im Mittelalter gelangte über arabische Einflüsse die Destillationstechnik nach Europa und ebnete den Weg für die heutige Parfumherstellung.

  • Am Hofe von Ludwig XIV. in Versailles überdecken opulente Parfums alle unangenehmen Gerüche, gleichzeitig wird im 19. Jahrhundert die Stadt Grasse zur Metropole des Parfumhandwerks.

  • Durch die industrielle Revolution wird Parfum der breiteren Masse zugänglich, im 20. Jahrhundert entstehen Klassiker, die bis heute gefragt sind.

  • Im 21. Jahrhundert geht der Trend zu individuelleren Kreationen in Form von Nischendüften. Dank KI-Support analysieren, berechnen und mischen Parfumeur*innen nun noch besser, was uns gefällt.

Die Entwicklung des Parfums: Eine unendliche Geschichte

Als letzten Step deiner Beauty-Routine den Duft, der heute zur Stimmung oder dem Tag passt, aufsprühen und los? Das war nicht immer so. Über die Jahrtausende hat sich das Parfum immer wieder an die jeweiligen gesellschaftlichen Bedürfnisse und Vorlieben angepasst und sich vom heiligen Harz zum super individuellen Molekülduft entwickelt.

Immer mit dabei: Seine starke Anziehungskraft und jede Menge Emotionen. Denn ein Duft kann im Gehirn sofort Erinnerungen auslösen, dich im Nu gedanklich an einen bestimmten Ort oder in eine bestimmte Situation zurückversetzen.

Gleich geblieben ist neben der Begeisterung der Menschen für duftende Kreationen noch ihre Bezeichnung: Parfum. Das stammt von dem lateinischen "per fumum" ab, was "durch den Rauch" bedeutet. Denn in der Antike war damit der aufsteigende Rauch von bestimmten Duftstoffen gemeint, die die Menschen zu spirituellen und religiösen Riten verbrannten.

Um die Geschichte des Parfums zu verstehen, haben wir die bedeutendsten Meilensteine der Geschichte der Parfums chronologisch zusammengefasst.

Parfum in der Antike: Für Götter und die Körperpflege

Den Duft von Harzen, gewürzten Ölen und Blütenessenzen verwendeten bereits die Ägypter*innen in der Antike vor etwa 3000 v. Chr. Sie sahen duftende Rohstoffe wie Weihrauch oder Myrrhe als göttliche Gaben, die die Menschen den Göttern näher bringen sollten. Sie verbrannten den Weihrauch, um mit dem aromatischen Harz ihre Götter zu ehren, aber auch um sich spirituell zu reinigen.

Die Ägypter*innen waren die ersten, die Pflanzenextrakte (wie Blüten) und Harze mit Fettstoffen mischten, um langlebige Duftsubstanzen herzustellen. Sie gelten deshalb als die Vorreiter*innen der Parfumherstellung.

Parfum war zu dieser Zeit ein Zeichen von Reichtum und Macht und wurde besonders in Form von duftenden Ölen und Salben von Pharaonen und Priester*innen genutzt. Gleichzeitig kamen duftende Stoffe für medizinische Zwecke zum Einsatz.

Ab 500 v. Chr. begannen die Griech*innen und Römer*innen Duft mit Ästhetik und körperlicher Schönheit zu verbinden und verwendeten duftende Badezusätze, Öle, Salben und Seifen. Blumige und würzige Duftkreationen aus Rose, Veilchen, Zimt, Jasmin, Harzen, Minze oder Lavendel waren gefragt.

Wohlhabende Römer*innen parfümierten Möbel und Kleidungsstücke und Kleopatras Must-have zum Baden soll Rosenöl gewesen sein.

Mittelalter: Destillationstechnik und arabische Einflüsse

Zur Zeit der Kreuzzüge im 10. und 11. Jahrhundert gelangten arabische Einflüsse nach Europa – und mit ihnen neue Rohstoffe wie Bergamotte, Zitronenöl oder Rose. Gleichzeitig perfektionierten die Araber*innen die Destillationstechnik, bei der mit Hilfe von Wasserdampf aus Pflanzenteilen (z.B. Blüten, Blätter) ätherische Öle gewonnen werden.

Als Koryphäe auf diesem Gebiet galt der persische Alchemist Avicenna, der es schaffte, ätherische Öle und Duftstoffe in noch konzentrierterer Form aus Pflanzen zu extrahieren. Seine Rosenwasser-Destillation gilt als Grundstein der modernen Parfumherstellung und hat bis heute Einfluss auf die Herstellung von Düften.

Als in Europa im 14. und 15. Jahrhundert Seuchen wie Pest und Cholera grassierten, glaubten die Menschen, sich mit ätherischen Ölen und Duftstoffen vor der "Pestluft" schützen zu können.

Parfumieren statt Baden im 17. und 18. Jahrhundert

Parfum hat sich zur Zeit des Barocks zu einem Luxusgut entwickelt, mit dem man sich in wohlriechende Duftwolken einhüllen konnte. Denn es stank überall: Da es kein Abwassersystem gab, landeten die Exkremente auf der Straße.

Am "duftenden Hofe" des Königs Ludwig XIV. in Versailles bestäubte man sich lieber mit üppigen, blumigen Parfums, anstatt zu baden. Jeglicher unangenehme Geruch wurde mit duftenden Essenzen von Veilchen, Orangenblüte, Jasmin, Moschus und Amber überdeckt. Besonders beliebt: Duftende Handschuhe.

Dabei entstand ein wichtiger Begriff in der Geschichte des Parfums: Das "Eau de Toilette" war geboren. Denn man benutzte das duftende Wasser zur "Morgentoilette", damit war nicht der Toilettengang, sondern generell das morgendliche Fertigmachen gemeint.

Grasse als Parfum-Metropole

Hygiene wurde Ende des 18. Jahrhunderts in Europa wieder wichtiger, die hygienischen Bedingungen verbesserten sich. Leichtere Parfums mit Bergamotte, Orange, Rosmarin, Zitronenverbene, Lavendel und Neroli lösten jetzt die schweren Elixiere ab und brachten Frische.

Zu dieser Zeit wurde in Köln von Johann Maria Farina das "Eau de Cologne" ("Kölnisch Wasser") erfunden – es gilt seit 1709 als das erste Parfum, das einer breiteren Masse zugänglich war.

Die Methode der Enfleurage (Gewinnung ätherischer Öle aus Blüten mithilfe von Fett) und die Destillation galten weiterhin als angesagte Herstellungsverfahren für Duftstoffe, die vor allem in der französischen Stadt Grasse angewandt wurden. Parfumeur*innen aus Spanien und Italien siedelten sich deshalb hier an und machten Grasse zur europäischen Metropole für Parfum-Kunst.

Parfum für alle und erste Dufthäuser im 19. Jahrhundert

Neben den angesagten Zitrusdüften waren jetzt auch romantische, blumige Düfte mit Maiglöckchen, Ylang Ylang oder Tuberose beliebt – genau wie warme Düfte mit Patchouli und Vanille.

Durch die technische Entwicklung der Industriellen Revolution waren in der Welt des Parfums plötzlich zwei Dinge möglich: Maschinen erleichterten die Produktion – Parfum wurde erschwinglicher und für eine breitere Masse verfügbar. Außerdem war es nun möglich, synthetische Duftstoffe herzustellen.

Die daraus resultierende Entdeckung neuer Duftstoffe wie etwa Vanillin, Heliotropen oder Aldehyden bot neue kreative Möglichkeiten. So entwickelte das Parfumhaus Guerlain 1889 mit "Jicky" das erste Parfum, das synthetisch hergestellte Vanille enthielt.

Bis heute werden bei der Parfumherstellung natürliche und synthetische Rohstoffe kombiniert.

20. Jahrhundert: Die Geburtsstunde der Duftklassiker

In diesen hundert Jahren wurden einige der bekanntesten und meist verkauften Parfums der Welt kreiert – und Marken geschaffen. So beauftragte im Jahre 1921 Gabrielle Chanel den französischen Parfumeur Ernest Beaux, ein "Parfum für Frauen mit dem Duft einer Frau" zu kreieren – ohne zu wissen, wie sehr sie die Geschichte der Parfums damit beeinflussen würde.

Die visionäre Kreation "Chanel N°5" aus dem Modehaus Chanel war der erste Duft mit Aldehyden. Es wurde vor allem in den 50ern zum Lieblingsduft von Millionen von Frauen – allen voran von Marylin Monroe. Die Erfolgsstory dauert an – bis heute ist es ein Bestseller in jeder Parfümerie.

Während Anfang des 20. Jahrhunderts die Chypre-Düfte angesagt waren, entwickelte sich der Trend im Laufe diesen Jahrhunderts über opulente Düfte bis hin zu aquatischen und gourmandigen Parfums.

Parfum wir zu einem Lifestyle-Artikel und neben Chanel steigen immer mehr Modehäuser wie Dior oder Yves Saint Laurent in das Parfum-Business ein und kreieren Signature-Düfte, die teilweise bis heute zu den Klassikern zählen.

Nischenparfums und KI-Support im 21. Jahrhundert

Nach einem Jahrhundert voller Klassiker, geht der Trend zum individuelleren Dufterlebnis. Exklusive Nischendüfte, die von Parfumhersteller*innen in limitierter Stückzahl produziert werden, bringen die Handwerkskunst zurück in die Parfümerie.

Nischendüfte sind außergewöhnliche, super individuelle Duftkreationen mit seltenen Inhaltsstoffen, wie etwa Oud, Weihrauch oder Ambra, die schon fast künstlerisch anmuten und auch hochpreisiger verkauft werden.

Dazu zählen auch die angesagten Moleküldüfte: Diese minimalistischen Parfumkreationen basieren auf wenigen oder gar nur einem synthetischen Duftmolekül – und ihr dezenter Geruch entfaltet sich auf jeder Haut anders.

Um die oft langwierige Kreation eines neuen Duftes zu beschleunigen und zu optimieren, nutzen heute immer mehr Parfümeur*innen KI-Modelle. Diese Computersysteme können Trends voraussagen, neue Aroma-Kombinationen kreieren, Inhaltsstoffe durch nachhaltigere Varianten ersetzen und bereits erfolgreiche Klassiker weiter optimieren.

Selbst die Einbeziehung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse in die Welt der Parfumherstellung ist durch KI möglich – etwa für Düfte, die bestimmte Emotionen hervorrufen sollen.

Die Geschichte des Parfums bleibt also spannend...

Eine Frau mit blonden, gewellten Haaren und blauen Augen, die einen schwarzen Pullover trägt und die Arme vor einer weißen Wand verschränkt hat.

Über die Autorin

Anne Wüstmann - freie Beauty-Redakteurin

Die freie Autorin schreibt seit Jahren für renommierte Lifestyle-Magazine. Sie widmet sich dabei leidenschaftlich den Themen Beauty, Ernährung, Gesundheit und Sport. Zu ihren persönlichen Beauty-Favoriten zählen ein guter Highlighter, frischer Selleriesaft und Pilates.

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