
Trockene Haut an den Beinen: Das hilft
Die Haut an deinen Beinen juckt und spannt und sieht dabei auch noch irgendwie fahl und matt aus? Ein häufiges Phänomen, das jede*n treffen kann – auch wenn man sonst eigentlich nicht unter trockener Haut leidet. Warum gerade die Haut an deinen Beinen so schnell austrocknet und welche Pflegestrategien dagegen helfen können, liest du im Text.
Inhalte im Überblick
Kurz und knapp: Trockene Haut an den Beinen
Die Haut an den Beinen besitzt nur wenige Talgdrüsen und ist vor allem am Schienbein dünn, meist herrscht deshalb dort einen Feuchtigkeitsmangel in der obersten Hautschicht.
Trockene Haut an den Beinen erkennst du daran, dass sie matt, rau, pergamentartig oder sogar schuppig aussieht und spannt oder juckt.
Bestimmte innere und äußere Faktoren können trockene Beine verursachen, wie etwa Alter, Genetik, falsche Pflege, einseitige Ernährung, reizende Stoffe oder mangelnder Schutz vor Sonne und Kälte.
Pflegeprodukte mit Feuchthaltefaktoren (z.B. Urea, Hyaluronsäure) und wertvollen pflanzlichen Ölen (z.B. Sheabutter, Jojobaöl) können die Trockenheit an deinen Beinen lindern.
Mit Kleidung aus reizarmen Stoffen (z.B. Baumwolle, Leinen), einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Schutz vor Sonne und Kälte, kannst du trockene Beine verhindern.
Woran erkenne ich trockene Haut an den Beinen?
Nach dem Duschen ausnahmsweise mal ohne Eincremen in die Yoga-Leggins geschlüpft – schon juckt und spannt die Haut an deinen Beinen wie verrückt? Schuld daran könnte zu trockene Haut sein.
Denn Juckreiz und Spannungsgefühle sind klassische Anzeichen für trockene Haut – die oft, aber nicht nur – im Winter auftritt. Grund für das Schienbein-Jucken ist ein Feuchtigkeitsmangel in der obersten Hautschicht (Hornhaut), der die Haut an deinen Beinen glanzlos und rau aussehen lässt.
Bei stärkerer Trockenheit kann die Haut sogar schuppig sein. Das ist der Fall wenn die Zellen der Hornhaut nicht mehr gut zusammenhalten, weil es ihr an Lipiden mangelt und der natürliche Schutzmantel der Haut gestört ist. Die oberste Hautschicht kann die Feuchtigkeit dann nicht mehr halten – die klassische Pergamenthaut entsteht.
Wichtig zu wissen: Die Haut kann an den Beinen viel schneller austrocknen, als am Rest des Körpers, da vor allem an den Schienbeinen eine geringe Talgdrüsendichte herrscht und die Haut dort besonders dünn ist. Sie wird weniger mit Lipiden versorgt und kann die Feuchtigkeit schlechter speichern.
Deshalb ist das ein Phänomen, das dich auch dann treffen kann, wenn deine Haut sonst überhaupt nicht trocken ist. Wichtig: Ist die Haut an deinen Beinen stellenweise dauerhaft gerötet und extrem trocken, kann das auch medizinische Ursachen haben. In diesem Falle solltest du eine*n Dermatologen/ Dermatologin aufsuchen.
Das sind die Ursachen von trockenen Beinen
Die Anzeichen von trockener Haut an den Beinen hast du schon kennen gelernt. Bestimmte Faktoren von innen und außen können diesen Zustand noch verschlechtern:
Innere Faktoren
Alter und Genetik
Mit dem Alter produziert die Haut weniger Talg und Fett und wird generell dünner und trockner natürlich auch an den Beinen.
Gestörte Hautschutzbarriere
Ist der natürliche Schutzmantel der Haut durch zu starke Waschsubstanzen zerstört, mangelt es deiner Haut an schützenden Lipiden und es kann zu einem erhöhten Feuchtigkeitsverlust in der Haut kommen.
Ernährung
Eine einseitige Ernährung mit zu wenig essenziellen Fettsäuren (z.B. Omega-3-Fettsäuren) und zu wenig Vitaminen kann die optimale Nährstoff-Versorgung deiner Haut erschweren und sie austrocknen
Flüssigkeitsmangel
Trinkst du nicht ausreichend, bremst du damit deinen ganzen Körper aus. Und das kann man auch an deiner Haut sehen: Sie ist dann weniger prall, weniger elastisch und matt.
Alkohol und Nikotin
Diese beiden Stoffe können ebenfalls dazu führen, dass die Haut an den Beinen austrocknet. Während Alkohol entwässernd wirkt, kann Nikotin die Gefäße verängen und so die Nährstoffversorgung der Haut beeinträchtigen.
Hormone
Hormonveränderungen (z.B. Wechseljahre) können trockene Haut begünstigen.
Äußere Faktoren
Klima
Viele leiden gerade im Winter unter trockenen Beinen, denn der Mix aus kalter Luft draußen und trockene Heizungsluft innen können die Haut austrocknen. Auch die UV-Strahlung der Sonne hat einen austrocknenden Effekt – vor allem gepaart mit Salz- und Chlorwasser.
Falsche Hautpflege
Ein Schaumbad kann die Haut austrocknen. Denn schäumende Badezusätze können den Haut Fett und Feuchtigkeit entziehen und die Hautschutzbarriere zerstören. Auch Duschgele mit waschaktiven Substanzen wie den Tensiden Sodium Laurel Sulfat oder Sodium Laurel Sulfat, Alkohol und zu wenigen Pflegestoffen können einen austrocknenden Effekt haben.
Heißes Wasser kann die Haut aufquellen lassen und ihren Säureschutzmantel zerstören. Zu langes, heißes Baden kann die Haut genauso austrocknen wie eine zu heiße, ausgiebige Dusche.
Ebenso ungünstig für zu Trockenheit neigende Haut an den Beinen ist das harsche, schnelle Rasieren unter der Dusche ohne Rasierschaum. Das Rasieren mit Duschgel oder ganz ohne Gel kann die Haut strapazieren.
Wenn du deine Haut während und nach dem Duschen oder Baden nicht ausreichend pflegst, kann sie austrocknen. Dann findet quasi nur eine Entfettung, aber keine Rückfettung statt, doch genau die braucht die trockene Haut an den Beinen so dringend.
Ungünstige Kleidung
Auf die Materialien kommt es an – synthetische Stoffe wie Polyester oder Acryl können die Haut reizen: Sie sind nicht atmungsaktiv und du schwitzt darunter schneller. Auch Wolle ist eher ungeeignet, da sie unangenehm kratzen kann.
Auch wenn sie aus unserer Garderobe nicht mehr wegzudenken sind: Sport Tights und Leggins sind oft wenig atmungsaktiv. Außerdem können sie durch ihre enge Passform permanent an der Haut reiben, und ohnehin schon trockene Haut noch rauer und schuppiger machen.
Medikamente
Bestimmte Medikamente können die Haut austrocknen, weil sie Einfluss auf die Talgproduktion, den Wasserhaushalt oder die Hautbarriere haben.
Stress
Anhaltender Stress versetzt dich in einen ständigen Fight-or-Flight-Modus, der über verschiedene körperliche Prozesse (z.B. die Ausschüttung von Stresshormonen) Einfluss auf die Feuchtigkeitsversorgung deiner Haut nehmen kann.
Pflegestrategien für trockene Beine
Cremen, cremen, cremen: Die richtige Pflege-Routine ist das A und O für trockene Haut an den Beinen. Da sie selbst hier nur wenig Talgdrüsen hat, musst du sie ausreichend und regelmäßig mit Lipiden und Feuchtigkeit unterstützen.
Es gibt dabei keine One-fits-all-Lösung, da die Haut an den Beinen eben meist anders tickt, als am Rest des Körpers. Du kannst deine Pflegeroutine aber danach ausrichten, ob deine Haut eher feuchtigkeitsarm oder eher fettarm ist:
Pflege für feuchtigkeitsarme Haut
Leidest du nur an den Schienbeinen unter trockener Haut, kann dir eine Bodylotion mit Feuchthaltefaktoren wie Glycerin, Urea, Niacinamid oder Hyaluronsäure Linderung verschaffen. Diese Stoffe können helfen, die Feuchtigkeit in der Haut zu speichern. Die feuchtigkeitsspendenden Lotions hinterlassen keinen fettigen Film auf der Haut.
Pflege für fettarme Haut
Neigst du am ganzen Körper zu trockener und schuppiger Haut, mangelt es ihr auch an schützenden Lipiden. Hier kann dir eine reichhaltige, rückfettende Pflege mit wertvollen Fetten helfen: Ceramide und pflanzliche Öle und Fette wie Sheabutter, Mandel- oder Jojobaöl sind dann ideal – in Form einer Body Butter oder eines Körperöls.
Du wirst schnell merken, welche Inhaltsstoffe deine Beine brauchen, vielleicht möchte deine Haut hier auch mit Feuchtigkeit und Lipiden versorgt werden.
Genauso verhält es sich mit den Pflege-Intervallen: Creme deine Beine mindestens einmal pro Tag ein, je nach individuellem Trockenheit-Grad auch zweimal. Benötigst du eine sehr reichhaltige Pflege, ist es praktischer, sie abends vor dem Schlafen aufzutragen. So bleibt deine Kleidung fettfrei und die Pflege kann über Nacht einwirken.
Auch wenn es bei trockener Haut an den Beinen unpassend erscheint – verwende trotzdem wöchentlich ein pflegendes Peeling, um abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen und der Haut einen Extra-Pflegebooster zu gönnen. Besonders Öl-Peelings mit pflanzlichen Ölen können deine Haut samtweich pflegen.
Expert Tip
Für einen tollen Pflegemix, der deine Haut gleichzeitig mit Fett und Feuchtigkeit versorgt, kannst du auch ein paar Tropfen Körperöl in deine Bodylotion mischen. Gerade am Abend vor dem Schlafengehen kann diese pflegende Doppelpackung für seidig weiche Beine am Morgen sorgen.
Goodies für trockene Haut an den Beinen
So kannst du trockene Haut an den Beinen vermeiden
Trockene Haut an den Beinen muss nicht zum Dauerzustand werden – insofern du die Ursachen kennst, deine perfekte Hautpflege-Strategie gefunden hast und folgende Tipps beachtest:
Richtig Duschen und Baden
Dusche nicht zu lange und nicht zu heiß und verwende feuchtigkeitsspendende Duschgele, die die Haut nicht zu stark austrocknen.
Beim Baden sollte das Wasser nicht heißer als 34 Grad sein, und dein Badezusatz sollte rückfettende Wirkstoffe wie Pflanzenöle oder Ceramide enthalten. Bade nicht länger als 20 Minuten.
Sorgfältig rasieren
Verwende für die Rasur deiner Beine einen speziellen Rasierschaum oder ein Rasiergel, nicht Duschgel. Achte auf eine korrekte Rasurtechnik. Nur so können die Härchen sorgfältig entfernt und gleichzeitig die Haut gepflegt werden.
Ausgewogen ernähren
Achte darauf, ausreichend gesunde Fette (Omega-3-Fettsäuren) aus Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen (z.B. Olivenöl) zu dir zu nehmen. Baue genügend Vitamine in deine Ernährung ein, besonders wichtig für deine Haut sind Vitamin A, C, D und E. Um hier eine gute Bilanz zu erziehen kann es helfen, wenn du versuchst jede Woche Obst und Gemüse in allen Farben den Regenbogens zu essen.
Ausreichend trinken
Dein individueller Flüssigkeitsbedarf hängt von Körpergewicht, Außentemperatur, Aktivitätslevel und Ernährung ab. Als Faustregel kannst du dir aber merken: 30-40 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht, inklusive der Flüssigkeit aus Obst, Gemüse und Suppen, sollten es täglich sein.
Hautfreundlich kleiden
Wähle deine Kleidung hautfreundlich – verzichte dazu am besten auf synthetische Stoffe, Wolle und zu enge Hosen. Letztere zumindest nicht den ganzen Tag tragen – wenn du gerne Yoga Parts trägst, solltest du sie immer wieder mit weiteren Hosen abwechseln. Hautfreundliche Stoffe sind Baumwolle, Leinen, Viskose oder Seide.
Vor Kälte schützen
Hat es draußen Minusgrade, sollte deine Hose so warm sein, dass es dich an den Beinen nicht friert. Denn bei Kälte fahren die Talgdrüsen ihre Aktivität herunter, das kann die Hautschutzbarriere schwächen.
Vor Sonne schützen
Der tägliche Sonnenschutz im Gesicht sollte zu deiner Hautpflege-Routine gehören, beim Tragen von Bikini, Shorts oder kurzen Kleidern und Röcken natürlich auch an den Beinen. Ganz wichtig an Strand und Pool: Nach jeden Baden nach cremen.

Über die Autorin
Anne Wüstmann, freie Beauty-Redakteurin
Die freie Autorin schreibt seit Jahren für renommierte Lifestyle-Magazine. Sie widmet sich dabei leidenschaftlich den Themen Beauty, Ernährung, Gesundheit und Sport. Zu ihren persönlichen Beauty-Favoriten zählen ein guter Highlighter, frischer Selleriesaft und Pilates.











