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Porträt einer Frau mit hellblauen Augen, zurückgekämmtem Haar und zarten rosa Lippen, die eine Hand auf ihre Schulter legt.

Mikrobiom der Haut – Unsichtbares Schutzschild

Das Hautmikrobiom – Ökosystem aus Milliarden von Mikroorganismen – spielt eine wichtige Rolle für die Hautgesundheit. Es schützt vor äußeren Einflüssen und unterstützt die Hautbarriere. Wie das Mikrobiom funktioniert, wodurch es gestört werden kann und wie eine mikrobiosensible Hautpflege es unterstützen kann – was sagt die Wissenschaft und was die aktuellen Pflegetrends?

Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit der Biochemikerin Dr. Sarah Schunter aus München.

KURZ & KNAPP: MIKROBIOM DER HAUT

  • Definition: Gesamtheit aller Mikroorganismen auf der Haut (Bakterien, Pilze, Viren)

  • Funktion: Schutz vor pathogenen Keimen, Unterstützung der Hautbarriere, Immunmodulation

  • Anzeichen für ein Ungleichgewicht: Rötungen, Irritationen, Akne, trockene Haut

  • Pflegeempfehlung: Milde, pH-hautneutrale Produkte, Unterstützung durch prä- und probiotische Pflege

Was ist das Mikrobiom der Haut?

Das Hautmikrobiom bezeichnet die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die auf der Haut leben – darunter Bakterien, Pilze, Hefen und sogar Viren. Das Mikrobiom ist kein zufälliges Sammelsurium: Es bildet ein komplexes, dynamisches Ökosystem, das sich in einer Art Symbiose mit der Haut befindet. Jeder Mensch besitzt ein einzigartiges Mikrobiom, das durch genetische Faktoren, Umwelt, Alter und Pflegegewohnheiten geprägt ist.

Die meisten dieser Mikroorganismen sind harmlos oder sogar nützlich: Sie helfen, Krankheitserreger abzuwehren, die Hautbarriere zu schützen und das Immunsystem zu regulieren.

Welche Aufgaben erfüllt das Hautmikrobiom?

Das Mikrobiom übernimmt mehrere zentrale Schutz- und Regulationsfunktionen:

  • Abwehrfunktion: Gute Mikroorganismen konkurrieren mit krankheitsverursachenden (pathogenen) Keimen um Platz und Nährstoffe und verhindern so deren Ausbreitung.

  • Stabilisierung der Hautbarriere: Das Mikrobiom unterstützt die Barrierefunktion der Haut und trägt zur Aufrechterhaltung des leicht sauren pH-Wertes bei.

  • Modulation des Immunsystems: Bestimmte Bakterienarten können Immunreaktionen dämpfen und so Entzündungsprozesse kontrollieren.

Ein intaktes Mikrobiom bildet damit eine Verteidigungslinie gegen Umwelteinflüsse und hilft, die Haut gesund und widerstandsfähig zu halten.

Wie beeinflusst das Mikrobiom die Hautgesundheit?

Ein ausgewogenes Mikrobiom trägt dazu bei:

  • Reizungen und Entzündungen zu verhindern

  • Feuchtigkeit besser zu speichern

  • Die Hautstruktur zu stärken

  • Die Hautbarriere zu regenerieren

Kommt es zu einem Ungleichgewicht – etwa durch äußere Faktoren oder ungeeignete Pflege – spricht man von einer Dysbiose. Typische Folgen können sein:

  • Rötungen und Irritationen

  • Trockene, spannende Haut

  • Vermehrte Unreinheiten oder Akne

  • Verschlechterung chronischer Hauterkrankungen wie Rosacea oder Neurodermitis

Wodurch kann das Mikrobiom gestört werden?

Mehrere Faktoren können das sensible Gleichgewicht des Mikrobioms beeinträchtigen:

  • Übermäßige oder aggressive Reinigung (z. B. häufiges Waschen mit alkalischen Seifen)

  • Desinfektionsmittel und Alkohol in Pflegeprodukten

  • Antibiotika-Therapie (oral oder topisch)

  • UV-Strahlung, Umweltverschmutzung, trockene Luft

  • Hormonelle Veränderungen (z. B. Pubertät, Menopause)

Ein gestörtes Mikrobiom bedeutet, dass „gute“ Mikroorganismen dezimiert werden, während potenziell schädliche Keime überhandnehmen können.

Wie kann man das Hautmikrobiom unterstützen und pflegen?

Die Pflege des Mikrobioms zielt darauf ab, das Gleichgewicht zu erhalten, schädliche Einflüsse zu minimieren und die natürlichen Schutzmechanismen der Haut zu stärken.

Milde, pH-hautneutrale Pflege verwenden

Produkte mit einem pH-Wert um 5,5 respektieren das natürliche Milieu der Haut und unterstützen das Mikrobiom.

Reinigungsgewohnheiten anpassen

Eine schonende, nicht aggressive Reinigung und die Verwendung von lauwarmem Wasser tragen dazu bei, das Mikrobiom zu bewahren.

Schutz vor Umweltstressoren

Antioxidantien in der Hautpflege können helfen, oxidativen Stress zu reduzieren und so indirekt    die Mikrobenvielfalt auf der Haut stabil zu halten.

Probiotische, präbiotische und postbiotische Hautpflege 

Präbiotika, Probiotika oder Postbiotika sind ein Trend in der Skincare. Sie sollen das Hautmikrobiom positiv beeinflussen. Schauen wir uns dazu zunächst an, was sich hinter den Begriffen jeweils verbirgt:

  • Präbiotika sind Nährstoffe, die das Wachstum nützlicher Mikroben (Probiotika) auf der Haut fördern sollen

  • Probiotika sind lebende Bakterien.

  • Postbiotika sind Bestandteile oder Stoffwechselprodukte der Bakterien, etwa Zellfragmente oder Fermente.

Während präbiotische und postbiotische Inhaltsstoffe einen gewissen Effekt auf die Haut haben können, steckt die probiotische Hautpflege noch in den Anfängen der Forschung. Aktuell existieren erste Studien, aber die robuste klinische Evidenz für viele kosmetische Produkte ist noch begrenzt und ein Einsatz in Hautpflege ist derzeit nach nicht umsetzbar.

In Hautpflegeprodukten wird dennoch häufig von „probiotischer Kosmetik“ gesprochen. Demnach müssten laut Definition in diesen Produkten lebende Mikroorganismen enthalten sein. Allerdings sind Probiotika in kosmetischen Formulierungen aufgrund von Haltbarkeit und Produktsicherheit kaum einsetzbar.

Eine Frau mit langen braunen Haaren, gekleidet in einen schwarzen Blazer und ein schwarzes Oberteil, lehnt lächelnd an einer weißen Wand.

Über die Autorin

Dr. Sarah Schunter, Biochemikerin

„Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Biochemikerin Dr. S. Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.

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