Ob beim morgendlichen Styling, beim Haarewaschen oder einfach zwischendurch dass wir täglich Haare verlieren, ist völlig normal und gehört zu unserem natürlichen Beauty-Zyklus. Jede einzelne Haarfaser durchläuft eine genetisch festgelegte Lebensdauer: Sie wächst, legt eine kleine Ruhepause ein und verabschiedet sich schließlich, um Platz für ein neues, gesundes Haar zu machen. Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist für unseren Körper also über die Jahre hinweg der absolute Standard. Bei lockigen Haaren oder wenn du 1-2 Tage nicht gründlich durchgekämmt hast, können es bis zu 300 sein. Sieht erstmal nach verdammt viel aus, ist aber total normal und mehr unserer Wahrnehmung als dem tatsächlichem Haarverlust geschuldet. Erst wenn du mit zunehmendem Alter über einen längeren Zeitraum hinweg das Gefühl hast, deutlich mehr Haare zu lassen, sprechen Expert*innen von hormonell oder altersbedingt verändertem Haarausfall. Bemerkst du also dauerhaft ungewöhnlich viele Haare in deiner Bürste, wirkt der Scheitel im Spiegel plötzlich lichter oder verliert das gesamte Haar merklich an Fülle? Dann kann der natürliche Umschwung im Hormonhaushalt der Grund dafür sein.
Dieses reife Ungleichgewicht bringt den Wachstumszyklus aus dem Takt, lässt die Haarfollikel schrumpfen und sorgt dafür, dass sich das Haar verfrüht verabschiedet. Mit den Jahren verändert sich auch der Haarwachstumszyklus. Besonders die hormonellen Umstellungen rund um die Wechseljahre spielen dabei eine wichtige Rolle. Sinkt der Östrogenspiegel, verändert sich das natürliche Gleichgewicht der Haarfollikel. Die Wachstumsphase der Haare kann kürzer werden und nachwachsende Haare erscheinen oft feiner als zuvor. Dieser Prozess verläuft meist schleichend. Statt eines plötzlichen Haarverlusts nimmt die Haardichte nach und nach ab. Besonders im Bereich des Scheitels und am Oberkopf (die sogenannten Geheimratsecken), wird das Haar häufig lichter. Gleichzeitig verliert das Haar oft an Spannkraft und Geschmeidigkeit. Es wirkt feiner, trockener und reagiert empfindlicher auf äußere Belastungen. Auch die Haarstruktur kann sich verändern. Locken wirken weniger definiert, glattes Haar verliert an Dichte und die Spitzen fühlen sich trockener an. Diese Veränderungen gehören häufig zum natürlichen Alterungsprozess des Haares.
Haarausfall bei Frauen im Alter zeigt sich meist anders als bei Männern. Statt klar abgegrenzter kahler Stellen wird das Haar insgesamt feiner. Viele Frauen bemerken zunächst, dass der Pferdeschwanz weniger Volumen hat oder die Kopfhaut stärker durchschimmert.
Weitere Faktoren die Haarausfall im Alter begünstigen können
Neben Hormonellen gibt es auch weitere Faktoren, die den Haarausfall im Alter begünstigen können. Haarwachstum. Eine unzureichende Versorgung mit Eisen, Vitamin D, Zink oder Eiweiß kann sich auf die Haarqualität auswirken. Ebenso können Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente oder langfristige Belastungssituationen eine Rolle spielen.
Deshalb lohnt es sich, bei auffälligen Veränderungen genauer hinzusehen. Nicht immer steckt allein das Alter hinter dem Haarverlust. Deine Haarfollikel verlangen nach hochwertigen Bausteinen. Fehlt es deinem Körper an essenziellen Nährstoffen wie Eisen, Zink, Biotin, Vitamin D oder Proteinen, etwa durch eine einseitige Ernährung, Crash-Diäten oder Essstörungen, schaltet die Haarwurzel auf Sparflamme und das Wachstum stagniert.