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Haare in der Sauna schützen

Sauna und Haare, das ist eine Kombination mit zwei Seiten. Für die Entspannung ein Traum. Für die Haarstruktur eher eine Herausforderung. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Know-how lässt sich beides verbinden.

Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit Friseur und Hairstylist Björn Hartung aus Düsseldorf.

Warum Hitze in der Sauna den Haaren zusetzen kann

Self Care, Entspannungsritual oder einfach eine kulturelle Tradition, die Sauna vereint viele Aspekte in sich. Ihren Ursprung hat die Sauna in Finnland, schon vor rund 2000 Jahren waren sich die Menschen über die Vorteile des heilsamen Schwitzens durch Hitze bewusst. Sauna ist wie ein kleines Upgrade für Körper und Kopf. Die Hitze bringt den Kreislauf in Schwung, lockert die Muskeln und lässt die Haut einmal richtig durchatmen. Gleichzeitig fährt dein Stresslevel runter, du entspannst dich spürbar und schläfst danach oft tiefer und besser. Mit der Zeit stärkt regelmäßiges Saunieren sogar dein Immunsystem und unterstützt dein Herz-Kreislauf-System. Kurz gesagt: schwitzen, abschalten, auftanken und sich danach einfach rundum besser fühlen.

Aber ganz ohne Haken ist das Schwitzen bei hohen Temperaturen leider nicht. In der Sauna herrschen Temperaturen zwischen etwa 70 und 100 Grad. Dazu kommt eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit, besonders in der finnischen Sauna. Genau diese Kombination wirkt direkt auf die Haarstruktur. Das Haar besteht zu einem großen Teil aus Keratin und enthält gebundene Feuchtigkeit. Unter starker Hitze verdunstet Wasser aus dem Inneren des Haarschafts. Die Folge: Das Haar trocknet aus. Die Schuppenschicht, also die äußere Schutzschicht, kann sich dabei leicht anheben. Dadurch wirkt das Haar rauer, verliert Glanz und wird anfälliger für Spliss und Haarbruch.

Zusätzlich wird der natürliche Lipidfilm angegriffen. Diese feine Fettschicht schützt das Haar normalerweise vor äußeren Einflüssen. In der Sauna kann sie teilweise abgebaut werden. Das Haar verliert an Geschmeidigkeit und Elastizität. Bei coloriertem oder blondiertem Haar verstärkt sich dieser Effekt. Die Struktur ist hier ohnehin empfindlicher, sodass Hitze schneller zu Farbverlust, Trockenheit und einem stumpfen Finish führen kann. Die Sauna entzieht dem Haar Feuchtigkeit und schwächt seine Schutzbarriere. Genau hier muss man mit gezielten Schutz-und Pflegemaßnahmen ansetzen, um dein Haar nicht durch die Hitze zu schädigen. 

Haare in der Sauna schützen: Die wichtigsten Tipps

Im Grunde ist es kein Hexenwerk, ein einfacher Gedanke hilft: Alles, was Feuchtigkeit im Haar hält oder die Oberfläche schützt, wirkt wie ein kleines Spa-Upgrade für deine Haare. Wenn du folgende Tipps und Hinweise beachtest, bist du schon ziemlich gut aufgestellt und brauchst dir erstmal keine allzu großen Sorgen beim saunieren machen: 

  1. Trocken oder leicht feucht in die Sauna: Nasses Haar ist empfindlicher, weil die Schuppenschicht bereits geöffnet ist. In der Sauna kann die Hitze dann noch schneller ins Haar eindringen. Besser ist es, die Haare trocken oder nur leicht angefeuchtet zu tragen. Ein leicht feuchtes Haar kann die Hitze etwas abpuffern, sollte aber nicht tropfnass sein.

  2. Haaröle als Schutzfilm nutzen: Ein paar Tropfen Öl wirken wie ein schützender Mantel. Sie legen sich um die Haarfaser und reduzieren den Feuchtigkeitsverlust. Arganöl ist besonders geeignet für feines bis normales Haar, da es leicht ist und nicht beschwert. Jojobaöl für empfindliche Kopfhaut, da es dem natürlichen Hauttalg ähnelt. Wichtig ist die Dosierung. Wenige Tropfen in den Längen reichen völlig aus. Zu viel Öl kann das Haar unnötig beschweren. Pass bei den Wirkstoffen auf die Temperatur auf: Kokosnussöl wirkt im feuchten Dampfbad Wunder, ist aber in der trockenen Sauna ab 80 Grad eher austrocknend. Nutz stattdessen lieber Sesam-, Mandel-, Färberdistelöl oder die erwähnten Öle.

    Auch bei Heilerde ist Vorsicht geboten. Während sie deine Haut schützt und den PH-Wert positiv beeinflusst, trocknet sie das Haar in der Saunahitze nur unnötig aus.

  3. Handtuch oder Saunahut tragen: Das ist die effektivste Methode. Ein Handtuch oder ein spezieller Saunahut wirkt wie eine physische Barriere gegen Hitze. Ein klassisches Beispiel: In vielen Saunen sieht man Filzhüte. Sie isolieren die Hitze und halten die Temperatur rund um das Haar deutlich niedriger. Auch ein locker gewickeltes Handtuch erfüllt diesen Zweck. Nebenbei schützt das auch die Kopfhaut vor Überhitzung und du kannst auch hier mit Stilen und Farben spielen. Nur weil wir schwitzen, müssen wir das noch lange nicht ohen Style machen. Sieh das ganze spielerisch, die Primärfunktion ist der Schutz deiner Haare aber auch hier kann man kreativ werden, wenn man Spaß daran hat.

  4. Haare locker zusammenbinden: Offenes Haar ist der Hitze vollständig ausgesetzt und reibt zusätzlich an Schultern oder Rücken. Ein lockerer Dutt oder ein Zopf reduziert die Angriffsfläche. Wichtig ist, keine straffen Frisuren zu wählen. Zu viel Spannung kann in Kombination mit Hitze die Haarstruktur zusätzlich belasten.

  5. Leave-in Pflege als Feuchtigkeitsbooster: Leave-in Produkte können vor dem Saunagang aufgetragen werden. Sie versorgen das Haar mit Feuchtigkeit und bilden eine leichte Schutzschicht. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Hitzeschutz beim Styling. Die Formulierung hilft, die Haaroberfläche zu glätten und Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren. 

All dies ist relativ unkompliziert, hat aber eine große Wirkung. So kann man unbeschwert den Saunagang genießen, ohne Sorgen um mögliche Haarschäden. Nach der Sauna ist die richtige Nachpflege nicht zu vernachlässigen. Ziel ist es, verlorene Feuchtigkeit gezielt wieder aufzufüllen und die Haarstruktur zu beruhigen. Zunächst sollten Schweiß und mögliche Produktrückstände mit einem milden Shampoo entfernt werden, da eine zu aggressive Reinigung das Haar zusätzlich austrocknen würde. Anschließend ist ein Conditioner essenziell, denn er glättet die aufgeraute Schuppenschicht und macht das Haar wieder geschmeidig. Das ist genau das, was dein Haar nach der Hitzeeinwirkung braucht. 

Ein häufiger Fehler: Aus Platzmangel oder Bequemlichkeit greifst du beim Saunagang vielleicht zu einem einfachen Duschgel oder praktischen Kombiprodukten. Was für die Haut völlig in Ordnung ist, reicht für die Haare nach der extremen Hitzestrapaze bei weitem nicht aus. Pack stattdessen lieber immer Conditioner und Masken ein. Diese intensiv pflegenden Produkte sind nach dem Saunieren auch eine Wohltat für die Kopfhaut.

Wer regelmäßig in die Sauna geht, sollte außerdem eine intensive Pflege einplanen. Eine Haarmaske ein- bis zweimal pro Woche versorgt das Haar tiefenwirksam mit Feuchtigkeit und stärkt die Struktur von innen heraus. Zum Abschluss lohnt sich ein kurzer Kältereiz, denn ein Ausspülen mit kühlem Wasser hilft, die Schuppenschicht zu schließen, wodurch das Haar mehr Glanz erhält und sich spürbar glatter anfühlt.

"Gleichzeitig kann der Saunagang wie ein Head Spa wirken und vorher aufgetragene Masken noch tiefer in das Haar einschleusen. Die Maske sollte dabei nicht länger als einen Saunagang einwirken. Anschließend wird sie gründlich ausgewaschen und das Haar mit einem Conditioner neutralisiert."

- Björn Hartung, Douglas Haircare Experte

Ein Mann mit Brille, Schnurrbart und einem grauen Hemd mit gekreuzten Armen blickt direkt in die Kamera.

Björn Hartung, Friseur und Hairstylist

Unser Haircare Experte

Björn bringt über 25 Jahre Erfahrung in Cut, Color und Care mit. In seinem Düsseldorfer Salon „Stresemann“ stylt, färbt und schneidet er seit mehr als 17 Jahren. Er schenkt seinen Kund*innen nicht nur neue Looks, sondern auch ein neues Lebensgefühl. Haircare ist seine Leidenschaft: Was einst als klassisches Handwerk begann, wurde zu einer Berufung, die weit über Schere und Föhn hinausgeht. Neben seinem Beruf unterstützt er Menschen als Breathwork-Experte dabei, ihre innere Balance zu finden.